Chronik der Bruderschaft II
Auch Bornheim wurde damals befestigt. Es müssen sich also zu dieser Zeit viele Männer zu einer Schützenbruderschaft zusammengeschlossen haben. Den Beweis für die Bornheimer Ortsbefestigungen geben die Jahrhunderte alten Flurnamen „Der Gringel" und „Am Landgrave". Mit „Gringel" wurde ein Falltor auf der Königstraße am nördlichen Dorfausgang bezeichnet. Der „Landgraben" verlief von diesem Tor ab in östlicher Richtung, vermutlich bis zum Burgpark. Seine Lage beweist sein heutiger Flurname. An diesem Graben waren die Ufer durch Faschinen erhöht und durch Weißdorn, Brombeeren und Gestrüpp gesperrt. In die tiefe Sohle des Grabens waren Pfähle eingeschlagen, deren Enden man auch zugespitzt hatte. Vom nahen, von Brenig fließenden Mühlbach wurde der Graben mit Wasser gefüllt. Bei drohender Gefahr besetzten die Schützen „Gringel" und „Landgraben". Kleinen Banden konnte man durch diese Hindernisse Wiederstand leisten. Bei Angriffen großer Räuberscharen ließ sich das Dorf solange verteidigen, bis Frauen und Kinder mit der notwendigen Habe und dem Vieh in den Verstecken des ausgedehnten Vorgebirgswaldes Zuflucht  gesucht hatten.  Als die freie Reichsstadt Köln vom 27. bis 29. Juli 1581 ein großes dreitägiges Schützenturnier auf dem Neumarkt abhielt, waren auch die Schützen von Brenig und Bornheim eingeladen. Der Gaffelhof der Kölner Schützengilde lag im Pfarrsprengel von St. Aposteln. Wahrscheinlich haben die Stiftsherren von St. Aposteln, die in Brenig den Plönerhof und in Bornheim den Apostelhof besaßen, diese Einladung an eine dörfliche Schützengilde veranlasst, da sonst zu den Turnieren nur Schützen berühmter Gilden anderer bedeutsamer Städte eingeladen wurden. Aus Bornheim und Brenig wurde je der beste Armbrustschütze nach Köln auf den Weg geschickt. Und erfreulicherweise errang der Breniger Schütze Johann Bungartz mit seiner Armbrust bei 32 Schuss mit 24 Treffern den siebten Preis. Mit dieser ältesten urkundlichen Erwähnung in den Archiven des Stadtarchivs Köln ist ganz klar nachgewiesen, dass die Schützen unseres Heimatortes allerwenigstens auf eine 428 jährige Tradition mit Stolz zurückblicken dürfen. Weitere urkundliche Erwähnungen finden die Schützen in einem Kassenbuch des Rechners am Bornheimer Burghof aus den Jahren  1684 bis 1688 und in einem Buch der Bornheimer Gerechtsame von 1734. In diesen uralten vergilbten Folianten ist aufgezeichnet, dass die Schützen den vielbesuchten Breniger Markt zu „Mittfasten" und am „ersten Septembersonntag" bewachten. Sie erhielten dafür zuerst Speise und Trank in einem Gasthaus und später einen Tagessold von 6 Mark. Impressum Datenschutz